IWL Stadtroller „Berlin“ SR 59
Dienstag, den 01. September 2009 um 16:42 Uhr

Der Motorroller des Typs Berlin SR59 wurden von Mai 1959 bis Dezember 1962 in einer Stückzahl von 113.943 gebaut. Die Bezeichnung SR steht für StadtRoller. Anders als beim Wiesel und Pitty wurden beim Berlin, auf 143cm³ aufgebohrte und gebläsegekühlte MZ 125/3-Motoren verbaut. Ab dem Berlin besitzen zudem alle nachfolgenden IWL-Roller ein 4-Gang-Getriebe.
Mit zu sehen der Einradanhänger „Campi“ .Von diesen Einspuranhängern sind, zeitweise in Leipzig von der Firma Stoye-Fahrzeugbau-Leipzig – weltweit bekannt durch den Seitenwagenbau zeitweise im VEB Waggonbau Ammendorf und schließlich in der IWL-Lehrwerkstatt nur ca. 5.000 Stück produziert worden.
Gegenüber dem "Wiesel" unterscheidet sich der Berlin durch:
- den leistungsfähigen 4-Gang-Motor RM 150 (RM = Roller Motor 150 ccm) ein weiterentwickelter RT-Motor aus Zschopau / MZ
- den rechtsseitig angeordneten verchromten Schalldämpfer, der über einen Rohrkrümmer direkt mit dem Motorzylinder verbunden ist
- einen neuen Haubenträger mit Multifunktion
- den hinteren Stoßdämpfer, nur einseitig (links) angeordnet; er verhindert das Springen des Rollers auf Kopfsteinpflaster und vermindert den beim "Wiesel" doch recht häufig auftretenden Drehstabfederbruch
- den von 70 auf 110 mm verlängerten Federweg der Vorderrad-Kurzarmschwinge mit als Reibungsdämpfer dienenden langen Gleitbuchsen
- die Verlegung des Ansaugtrichters für die Verbrennungsluft des Motor mit Luftansaugung außerhalb der Hinterhaube in Verbindung mit einem Ansauggeräuschdämpfer (Verhinderung der starken Verschmutzung des Luftfilters)
- eine geänderte Sitzbank, bestehend aus zwei komfortablen Einzelsitzen, abschließbar und damit Diebstahlschutz für das darunter befindliche Werkzeug
- dem mit einer Diebstahlsicherung und gefälligeren Kontrollleuchten ausgestatteten Instrumentenbrett
- das jetzt aus Druckgussteil hergestellte Aluminium-Trittbrett mit "Waffelmuster"
Die vom "Wiesel" her bekannte Parallelogrammschwinge hatte linksseitig einen Stoßdämpfer erhalten. Die beidseitigen Gummidämpfer, die in ihrer Wirksamkeit bisher nicht ausreichten, wurden ringförmig vergrößert um bereits im unbelasteten Zustand auf der oberen Schwinggabel aufzuliegen. Sie schwingen auf als abwärts in gleichem Maße mit und geben dadurch eine zusätzliche Dämpfung ab.
Am Erfreulichsten war die Vergrößerung von Hubraum und Leistung des neuen Rollers. Auf der Grundlage des bekannten MZ-125/3 Motors wurde durch neuen Kolben und Zylinder der Hubraum vergrößert. Bei einem Hub von 58 mm und einer Bohrung von 56 mm beträgt der Hubraum 143 ccm. Bei einer Verdichtung von 7,75 : 1 gibt dieser Motor eine Höchstleistung von 7,5 PS bei 5100 U/min ab. Hinzu kam, dass nunmehr auch ein Vierganggetriebe zum Einbau kam. Geschaltet wird auch beim Berlin wie bei seinem Vorgänger durch einen einfachen Fußhebel, der durch Zurückziehen zum ersten Gang und nach-vorn-Schieben zum zweiten, dritten und vierten Gang betätigt wird. .
Der Roller erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von ca.80 km/h .Als Kraftstoffnormverbrauch wurden vom Werk ca. 2,8l/100 km angegeben..
Bliebe nur noch zu sagen, dass der Berlin mit seinen vielen Verbesserungen zum alten Preis des Wiesels im Handel erhältlich war.
Quellen : wikipedia / www.IWL-Stadtroller-berlin.de / Zeitschrift- Jugend und Technik / Archiv: Bert N








